HOCHSENSIBILITÄT

Eine Sache die mich schon mein Leben lang begleitet, bei mir selbst und bei Menschen die zu mir kommen, ist das Thema Hochsensibilität.

Der Ausdruck »hochsensible Person« (HSP) beschreibt einen Menschen, der mit den Sinnen besonders fein, intensiv und detailliert wahrnimmt.

Da hochsensible Menschen weniger Filter im Nervensystem haben, bemerken sie vieles gleichzeitig und in höherer Intensität. Solche intensive Erfahrungen brauchen wiederum oft länger, um verarbeitet zu werden, wobei bei hochsensiblen Menschen das Verarbeiten sehr gründlich, vernetzt und kreativ ist. 

Hochsensible Menschen sind also einerseits exzellent im Spüren und Vernetzen, und andererseits sind sie leicht überreizt und überfordert. Das Stresshormon Cortisol ist in einem hochsensiblen Menschen oft deutlich erhöht, wie auch das Gefühl komisch, anders und seltsam zu sein. Denn, Hochsensibilität betrifft nur einen relativ kleinen Teil der gesamten Bevölkerung.

In unserer schnellen und komplexen Welt mit all all den vielen, gleichzeitig ablaufenden Eindrücken und ständigem Multi-Tasking, ist es für hochsensible Menschen eine echte Herausforderung, gut bei sich selbst zu bleiben und immer wieder zur Ruhe zu kommen. Erst recht in einer Großstadt wie Berlin.

Es ist für alle Menschen wichtig, sich selbst gut zu spüren, mit beiden Beinen auf der Erde zu stehen und in der Lage zu sein, sein Nervensystem zu regulieren. Für hochsensible Menschen ist es DAS Thema ihres Alltags und es bedeutet vor allem, reichlich Zeit und Raum für sich alleine zu haben. Dazu gehört beispielsweise genügend Schlaf und Ausruhen, bildschirmfreie Zeit, gutes Essen und viele Momente in der Natur.

Und da jede Erfahrung auch körperlich ist, sind Körperempfindungen ein fundamentales Puzzleteil von Selbstregulation. Indem ein Körper sinnliche Empfindungen bewusst spürt und »liest«, werden diese integriert. Das bringt häufig einen Zustand von Entspannung und von innerer Ruhe und Weite. Dieser innere Raum wiederum erlaubt es, intensive Erfahrungen leichter zu verarbeiten und besser zu genießen, um danach noch feiner und klarer wahrzunehmen.

So wird aus Hochsensibilität das was es ist –  ein Geschenk und eine Gabe.

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