DIE SACHE MIT DEM SCHMERZ

In jedem Leben gibt es schmerzhafte Erfahrungen.

Vielleicht bist du neben traurigen Eltern aufgewachsen? Die Arbeit deines Vaters hat nie wirklich gut zu ihm gepasst. Deine Mutter wollte eigentlich gar keine Kinder und hatte Depressionen. Und dein Vater hat jeden Abend eine Flasche Wein getrunken um mit seinem Schmerz fertig zu werden. Du weißt, dein Opa hat ihn als Kind schlimm verprügelt.

Deine Eltern hatten Schulden. Dein Vater war bei seiner Affäre und deine Mutter ging gerne shoppen. Abends haben deine Eltern gestritten und du lagst im Bett und hast dir die Ohren zugehalten.

Vielleicht hast du Gewalt erlebt? Vernachlässigung deiner Bedürfnisse, Liebesentzug, demütigende Worte, Schläge oder Missbrauch.

Deine Schwester war einfach immer wichtiger als du. Und deine ruhige, sensible Art war für deine Eltern mehr ein Makel als eine Qualität. Deine Klassenkameraden waren fies und dein Lehrer war ein Sadist, dem es gefiel dich an der Tafel zu quälen.

Dein erster Freund hat dich mit deiner besten Freundin betrogen und du wusstest es die ganze Zeit. Heute ist deine Ehe gescheitert und Beziehungen sind schwierig. Männer sind unverbindlich und Frauen nervig.

Den Job den du dir wünschst, hast du noch nie bekommen und dein Konto ist chronisch leer. Oder dein Job ist einfach total langweilig und nichts daran macht Sinn und Freude.

Was sich anhört wie der pure Horror ist unser ganz normaler Alltag.

Jeder Mensch den ich kenne, hat etwas in der Art  erlebt. Es gibt harmlosere Geschichten und sehr erschütternde. Alle erzählen von Schmerz. Und davon wie wir mit schmerzlichen Erfahrungen umgehen.

Es gibt in unserer Kultur kaum Vorbilder, die uns einen konstruktiven Umgang mit Schmerz zeigen. Unsere Gesellschaft verharrt noch immer im Schock des letzten Weltkrieges und die meisten Menschen möchten von Schmerz nichts wissen.

Wir tun ALLES um Schmerz nicht zu spüren.

Und doch ist Schmerz eine Erfahrung, die immer wieder in unser Leben tritt. Genauso wie Glück sich immer wieder zeigt.

Je schmerzfreier wir jedoch leben möchten, desto weniger Glück stellt sich ein…

Unser Körper hat kein Problem mit Schmerz. Für ihn ist das eine Empfindung unter vielen. Unser Körper reagiert instinktiv „richtig“ auf Schmerz. Der Teil in uns, der ein Problem mit Schmerz hat, ist unser schlauer Verstand. Und der möchte uns ja eigentlich nur vor dem Schmerz beschützen.

Wie kommen unser Körper und unser Verstand nun in einen für uns stimmigen und sicheren Dialog?

Darum geht es in meiner Arbeit.

Durch Berührung und über genau Beschreibungen von dem, was in deinem Körper und in deinem Erleben der Erfahrung passiert, können Verstand und Körper sich wieder annähern.

Auf diese Weise können wir jede Erfahrung, auch die von Schmerz integrieren.